Keine Frage – das Areal mitten im ehemaligen Kurviertel ist ein Filetstück. Die Investoren auf dem freien Markt dürften sich die Finger danach lecken. Fünf Millionen Euro würde der Stadt die 6600 Quadratmeter große Fläche sicher einbringen. Doch die CDU/SPD-Koalition hat etwas anderes damit vor. Sie will auf dem Areal, das dem Reitverein vor 60 Jahren in Erbpacht überlassen wurde, ein "Wohnprojekt Soziale Dienste" verwirklichen.
Auf diesem Wege könnte die Stadt für Angehörige bestimmter Berufsgruppen, wie Erzieher, Pflegekräfte, Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehrleute, die von einem vergleichsweise bescheidenen Einkommen leben müssten, für das Funktionieren eines Gemeinwesens aber unverzichtbar seien, vergünstigten Wohnraum schaffen. Zu Mietpreisen, die es in der Kurstadt so kaum gäbe.
Der Magistrat sollte sich mit den beiden Wohnungsgesellschaften in der Kurstadt in Verbindung setzen, das fordern Christ- und Sozialdemokraten. Außerdem regt die Koalition an, die Arbeitgeber der genannten Berufsgruppen anzusprechen. Gemeinsam sollten Rahmenbedingungen für das Projekt geschaffen und ein Konzept erarbeitet werden. Im Haupt- und Finanzausschuss sollte der Magistrat regelmäßig über das Ergebnis der Gespräche berichten, verlangen CDU- und SPD-Fraktionen. Über Details der Rahmenbedingungen sowie Dichte und Ausnutzung der Bebauung hätten schließlich die Stadtverordneten zu entscheiden, heißt es in dem CDU/SPD-Antrag. Weder die BSB- noch die FDP-Fraktion waren von dem Vorschlag begeistert. Wie die Stadt mit der Situation umgehen wolle, fragte BSB-Fraktionschef Heiner Kappel, "wenn sich diese Leute einen anderen Job gesucht haben und noch immer in den Wohnungen wohnen". Seiner Meinung nach sei es sinnvoller, diesen Beschäftigten eine "subjektive Förderung" zukommen zu lassen.
Hewel: Beihilfen zahlen
Ähnlich sah es FDP-Stadtverordnete Brigitte Hewel. Bei der geplanten "Objektförderung" könne es passieren, dass die Wohnungen 20 bis 25 Jahre belegt sind. "Dann ist der Käs‘ gegessen." Wenn die Stadt das Geld aus dem Grundstücksverkauf in die Hand nehme und damit Erzieherinnen, Krankenpfleger, Feuerwehrleuten eine finanzielle Beihilfe gewähre, ist Hewel überzeugt, "könnten wir damit einen größeren Kreis versorgen". Diese Beschäftigten müssten ja auch nicht unbedingt in der Kurstadt wohnen, findet sie. Außerdem hielten die Liberalen nichts davon, dass auf dem Grundstück an der Kronberger Straße günstige und verbilligte Wohnungen gebaut würden. Auch wenn es sich um "gehobenen sozialen Wohnungsbau" handele.
"Ich weiß nicht, woher das Misstrauen kommt", hielt Julia Thon (SPD) entgegen. Es sei kein sozialer Wohnungsbau. Vielmehr gehe es um Wohnungen für Erzieherinnen, Altenpfleger, Polizeikräfte und so weiter, betonte Thon, "alles Leute, die wir täglich brauchen".
Den vollständigen Artikel lesen sie bitte hier.

