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25.08.10
Hofheim (Frankfurter Rundschau)
Mittler zwischen Menschen
SPD und Grüne wollen den parteilosen Oliver Conz zum Landrat machen Ein Mittagessen mit Nancy Faeser, ein Frühstück mit Albrecht Kündiger - dann stand für Oliver Conz fest: "Die Herausforderung nehme ich an. Ich kandidiere bei der Landratswahl im März 2011."

Oliver Conz ist Kelkheimer, engagierter Naturschützer und Vorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz; mehr als 20 Jahre war er Mitglied im Naturschutzbeirat des Main-Taunus-Kreises, engagiert sich auch weiterhin im Main-Taunus-Streuobst-Verein und der Naturlandstiftung. Sein Geld verdient der gelernte Bankkaufmann und studierte Jurist als Leiter für Personal und Recht beim RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft in Eschborn.

Ein Parteibuch hat der 42-Jährige nicht, Conz will als unabhängiger Kandidat bei der Wahl des Chefs im Hofheimer Landratsamt antreten. Mit Sozialdemokraten und Grünen im Rücken rechnet er sich gute Chancen aus. "In habe in den Verbänden, in denen ich aktiv bin, stets Menschen unterschiedlicher Couleurs vertreten. Ich trete an, um zu gewinnen", sagt er selbstbewusst.

Wie sind SPD und Grüne darauf gekommen, Oliver Conz zu "ihrem" Landratskandidaten zu machen? Die Oppositionsparteien hätten sich schon im Frühjahr darauf verständigt, nach einem gemeinsamen, parteiungebundenen Kandidaten zu suchen, sagt SPD-Vorsitzende Nancy Faeser. "Bei dieser Landratswahl gibt es die historische Chance zu gewinnen, diese Chance müssen wir nutzen."

Albrecht Kündiger, Vorsitzender der Unabhängigen Wählerinitiative Kelkheim (UKW) kennt Oliver Conz schon seit Langem. Der Umweltaktivist hatte in seiner Heimatstadt unter anderem den Bürgerentscheid mitinitiiert, der das Golfplatzprojekt auf dem Rettershof zu Fall brachte, das auch der UKW ein Dorn im Auge war.

Nancy Faeser lernte Conz bei der Bundespräsidentenwahl Ende Juni näher kennen. Die hessische SPD hatte ihn als Nicht-Politiker in die Reihen der Wahlleute für Joachim Gauck entsandt.

Nun sind sich beide einig: Oliver Conz ist die Idealbesetzung als Landrat; er sei fest im Main-Taunus-Kreis verwurzelt, könne als parteiunabhängiger Kandidat zwischen Menschen vermitteln und verkrustete Strukturen in der Kreisverwaltung aufbrechen. In Umweltfragen sei Conz auf Kreis- und Landesebene vielfach vernetzt, genieße auch als Wirtschaftsfachmann hohe Reputation. Einstimmig haben sich am Montagabend sowohl der SPD-Parteirat als auch die Führungsspitze der Grünen dafür ausgesprochen, seine Kandidatur zu unterstützen .

Es ist das erste große gemeinsame Projekt, das die Oppositionsparteien anpacken. Nancy Faeser und Albrecht Kündiger machen keinen Hehl daraus: Sie wollen mit "ihrem" Kandidaten auch konservative Wähler ansprechen, am Ende gar die Weichen stellen für einen politischen Umbruch im Main-Taunus-Kreis bei den zeitgleich mit der Landratswahl stattfindenden Kommunalwahlen im März 2011.

Kandidat Conz macht indes deutlich: Er stehe SPD und Grünen zwar inhaltlich nahe, wolle aber Landrat für alle Bürger sein. "Ich bin keine Litfaßsäule, an die die Parteien ihre Programme pinnen können."

 

 

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